Seit Tagen gibt es nur noch ein Thema in den Nachrichtensendungen: die EHEC-Darmerkrankung, die ganz Deutschland in Atem hält. Natürlich wissen wir, dass die Medien ganz gern mal übertreiben. Dennoch ist der Erreger nicht zu unterschätzen, sodass jeder die Hygiene-Empfehlungen unbedingt einhalten sollte.
Damit Sie überhaupt erst einmal wissen, worum es sich bei diesen Erregern handelt, verschaffen wir einen kurzen Überblick und geben danach Tipps zum richtigen Schutz.
Was sind EHEC Erreger?
E. coli Bakterien kommen im Darm von Mensch und Tier vor und sorgen unter anderem für die Nährstoffspaltung und für die Abwehr von Krankheitserregern. Der EHEC-Erreger (Enterohämorrhagischer Escherichia coli) ist hingegen eine Sonderform des Kolibakteriums, aber auch der ist nicht neu. Normalerweise kommt er im Darm von Wiederkäuern vor, im menschlichen Körper ist er giftig und kann Krankheiten auslösen. Im häufigsten Falle kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Seit 2001 ist diese Krankheit meldungspflichtig, in diesem Jahr ist die Zahl der Betroffenen jedoch so drastisch gestiegen, dass in ganz Deutschland nun die Angst einer Epidemie umgeht.
Warum sind sie gerade jetzt so gefährlich?
In den vergangenen Wochen wurden so viele Fälle gemeldet, wie es sie sonst nur im ganzen Jahr gibt. Rund 400 erkrankte Personen wurden bis jetzt gemeldet, darunter auch 140 Fälle mit schwerem Verlauf. Das macht den Bürgern und auch den Wissenschaftlern natürlich Sorgen – das Schlimmste dabei: Der Auslöser konnte bis jetzt nicht gefunden werden. Am Mittwoch Abend gab es eine Stellungnahme, bei der die möglichen Produkte genannt wurden, die dieses Bakterium übertragen: rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalat, insbesondere aus Norddeutschland. Warum weiß man allerdings noch nicht. „Vorsorglich sollten Sie auf diese Lebensmittel verzichten oder sie nur im gekochten Zustand verzehren“, so waren die Worte des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts. Im Verdacht stehen aber außerdem Fleisch und Obst.
Wie kann ich mich schützen?
Es ist wichtig, nicht in Panik zu geraten. Die Krankheit verläuft nämlich 1. zumeist glimpflich, nur in ganz schweren Fällen (zum Beispiel bei Kindern, älteren Menschen oder stark Immungeschwächten) kommt es zum HU-Syndrom (hämolytisch-urämisches Syndrom) , das bis zum Nierenversagen führen kann. 2. ist es wichtig, die Hygienebestimmungen und Tipps einzuhalten, die vonseiten der Wissenschaftler gegeben wurden. Wir fassen sie noch einmal kurz zusammen:
- Rohes Obst und Gemüse sollte zum Verzehr sehr gut gewaschen werden (Auf Tomaten, Salat und Gurken sollten Sie zurzeit verzichten)!
- Um Bakterien abzutöten, sollten Sie das Gemüse kochen (Mindestens 10 Minuten auf 70 Grad)!
- Verarbeiten Sie frisches Fleisch so schnell wie möglich und lagern Sie es immer im Kühlschrank!
- Waschen Sie sich vor, während und nach der Zubereitung von Speisen die Hände mit Seife!
- Beim Grillen sollte das Fleisch unbedingt gut durchgegart werden!
- Reinigen Sie Messer, Schneidebretter und Geschirr nach dem Essen gründlich!
- Waschen Sie sich die Hände unbedingt, wenn Sie an belebten Orten mit vielen Personen waren! Zwar übertragen sich die Bakterien nur schwer von Mensch zu Mensch, wenn Sie jedoch Bakterien an den Händen haben, gelangen sie auch schnell in den Mund. Gleiches gilt nach dem Kontakt mit Tieren.
- Benutzen Sie regelmäßig frische Handtücher!
- Wenn Sie selbst an Durchfall leiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen!
- Nehmen Sie in keinem Fall Medikamente, zum Beispiel Antibiotika, denn die verhindern die Ausscheidung der gefährlichen Bakterien!
Mit diesen Tipps sollte nach Expertenmeinung die Endemie bald gestoppt werden. Wenn Sie sich also daran halten, können wir bald wieder ruhiger leben.
Foto 1: Flickr / AJC1; Foto 2: Flickr / avlxyz; Foto 3: Flickr / SCA Svenska Cellulosa Aktiebolaget
